Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
Aktueller Himmel von AstroViewer®

Aktuelle Himmelsereignisse

Mond bei Saturn (23.10.)

Mond bei Mars (29.10.)

Vollmond (31.10.)

Uranus in Opposition (31.10.)

Flora (8) in Opposition (1.11.)

Merkur am Morgenhimmel (6. - 18.11.)

Der Sternenhimmel im vierten Quartal 2020

Nachdem im letzten Quartal der Komet NEOWISE C/2020 F3 astronomisch gesehen für Aufregung gesorgt hat, geht es nun - nach heutigem Stand - etwas ruhiger, aber nicht weniger interessant, am Sternenhimmel weiter: Mars steht im Oktober in Opposition und Merkur ist im November am Morgenhimmel gut zu sehen.

Mars

Mars steht am 14. Oktober in Opposition zur Sonne. Das heißt, an diesem Tag sind Sonne, Erde und Mars entlang einer Linie aufgereiht. Der Rote Planet ist im Oktober die gesamte Nacht hindurch beobachtbar. Da er sich zur Oppositionszeit gleichzeitig auch in Erdnähe aufhält, können schon mit kleinen Teleskopen einige Oberflächendetails gesehen werden. Auffällig ist besonders die weiße Nordpolarkappe.

Am 1. Oktober geht Mars um 19:41 Uhr MESZ auf. Aufgrund seiner momentan großen Helligkeit ist er schon 10 bis 15 Minuten später über dem Osthorizont zu sehen. Er steht zurzeit im Sternbild Fische. In der Oppositionsnacht geht der Planet am 13. um 18:41 Uhr MESZ auf. Er ist in den Tagen um die Opposition heller als Jupiter. Damit ist er dann der helleste Himmelskörper nach Mond und Venus, die am Morgenhimmel steht. Doch schon zu Monatsende ist Jupiter wieder heller als Mars.

Im Laufe des Quartals verabschiedet sich der Rote Planet langsam aus der zweiten Nachthälfte. Zu Silvester geht er um 2:17 Uhr unter.

Merkur und Venus am Morgenhimmel

Im November können die beiden der Sonne am nächsten stehenden Planeten, Merkur und Venus, am Morgenhimmel aufgesucht werden.

Die besten Chancen, Merkur zu sehen, bestehen zwischen dem 7. und dem 17. November. Zwischen 6 Uhr und 7 Uhr ist die Morgendämmerung noch nicht zu weit fortgeschritten, dass man Merkur gut beobachten kann. Ab dem 15. reicht es, Merkur ab etwa 6:20 Uhr zu beobachten, da der Merkuraufgang von Tag zu Tag etwas später erfolgt.

Der sonnennächste Planet steht dabei immer nur knapp über dem Osthorizont. Eine freie Sicht dorthin ist deshalb unbedingt notwendig. Zum Auffinden von Merkur ist ein Fernglas sehr hilfreich.

Als Aufsuchhilfe kann Venus dienen. Sie steht - bei ausgestrecktem Arm - etwa ein bis zwei Faustbreiten (Daumen zum Erdboden) rechts oberhalb von Merkur. Fast direkt unterhalb von Venus steht der helle Stern Spica im Sternbild Jungfrau. Um Spica und Merkur nicht zu verwechseln, sollte man auf die Farbe achten. Spica erscheint weißlicher, Merkur eher gelblicher. Außerdem flackert Spica mehr als Merkur.

Der Ausflug von Venus am Morgenhimmel nähert nun sich seinem Ende. Während sie am 1. Oktober noch um 3:35 Uhr MESZ aufgeht, erscheint sie zu Silvester erst um 6:47 Uhr über dem Horizont. Sie ist dann auch lange nicht mehr so strahlend hell wie zu Quartalsbeginn.

Am 3. Oktober zieht Venus sehr nahe am Hauptstern des Sternbildes Löwe vorbei. Regulus, so sein Name, steht dann weniger als ein Viertel des scheinbaren Vollmonddurchmessers entfernt. Hin und wieder kommt es sogar zu einer Bedeckung von Regulus durch Venus.

Jupiter und Saturn

Die beiden größten Planeten des Sonnensystems sind mittlerweile Objekte des Abendhimmels geworden. Zu Quartalsbeginn geht Jupiter um Mitternacht (Sommerzeit) unter. Saturn folgt ihm etwa 40 Minuten später. Am 1. November erfolgt der Jupiteruntergang schon um 21:13 Uhr, Saturn folgt ihm etwa 30 Minuten später. Der Grund dafür, dass sich der Abstand in den Untergangszeiten verringert, liegt darin, dass sich Jupiter Saturn scheinbar immer mehr nähert. Am 21. Dezember wandert dann der Riesenplanet ähnlich nahe am Ringplaneten vorbei wie zuvor schon Venus an Regulus. Von der Erde aus betrachtet überholt der sich schneller um die Sonne bewegende Jupiter den langsameren Saturn.

Damit geben beide Planeten ihre Abschiedsvorstellung. Sie gehen zu Silvester schon gegen 18:15 Uhr unter und werden zu Beginn des nächsten Jahres zusammen mit der Sonne über den Taghimmel wandern.

Sternschnuppen

Der Herbst ist die Zeit der Sternschnuppen. Viele Sternschnuppenströme sind in der Zeit zwischen August (Perseiden) und Anfang Januar (Quadrantiden) aktiv. Dass dies so ist, ist reiner Zufall. Die Wahrscheinlichkeit, im Herbst eine Sternschnuppe zu sehen, ist auf jeden Fall größer als im Rest des Jahres.

Bei einer Sternschnuppe handelt es sich um die Leuchterscheinung eines meist nur Staubkorn großen Teilchens. Wenn dieses Teilchen in die Erdatmosphäre eindringt, verglüht es und leuchtet als Sternschnuppe auf. Häufig sind die Teilchen Zerfallsprodukte eines Kometen, teilweise stammen sie aber auch von PLanetoiden. Bei den Geminiden im Dezember handelt es sich um genau so einen Fall.

Der Planetoid (3200) Phaeton sorgt dafür, dass zwischen dem 6. und dem 16. Dezember vermehrt Sternschnuppen zu beobachten sind. Ihr Maximum erreichen die Geminiden in diesem Jahr in der Nacht vom 13. auf den 14. des Monats. Dann können bis zu etwa 80 Sternschnuppen pro Stunde beobachtet werden. Verlängert man die Bahnen der Sternschnuppen zurück, treffen sie sich alle im Sternbild Zwillinge. Im Lateinischen heißt es Gemini, was dem Sternschnuppenstrom seinen Namen gab.

Je später die Nacht, desto mehr Sternschnuppen sind zu sehen. Das liegt daran, dass wir morgens sozusagen in Fahrtrichtung schauen, während man abends einen Blick zurück wirft. Die beste Beobachtungszeit ist deshalb kurz vor der Morgendämmerung. In diesem Jahr stört auch das Mondlicht die Beobachtung nicht. Am 14. ist Neumond.

Der Sternenhimmel

Jetzt im Herbst besteht die Möglichkeit das mit bloßem Auge am weitesten entfernte Himmelsobjekt zu sehen. Es ist die Andromeda-Galaxie, häufig auch Andromedanebel genannt. Dabei handelt es sich um ein Sternsystem wie dem unsrigen. Das Licht braucht von ihr zu uns etwa 2,5 Millionen Jahre. Zu finden ist es im Sternbild Andromeda.

Das Sternbild steht jetzt abends hoch im Süden. Es bildet grob eine Kette aus vier etwa gleich hellen Sternen. Das eine Ende der Kette ist gleichzeitig eine Ecke eines großen Vierecks aus Sternen. Die anderen drei Ecksterne gehören zum Sternbild Pegasus. Die vier Sterne bilden fast ein Quadrat, welches kurz nach dem Aufgang im Osten auf der Spitze zu stehen scheint.

Unterhalb von Andromeda und Pegasus leuchtet im Moment Mars im Sternbild Fische. Dieses Sternbild, genauso wie die benachbarten Sternbilder Walfisch und Wassermann, setzen sich aus nur recht schwach leuchtenden Sternen zusammen.

Im Westen gehen die Sommersternbilder langsam unter. Dabei steht der Adler mit dem hellen Stern Atair nur noch wenig über dem Horizont. Noch höher sind die Leier und der Schwan zu finden. Durch sie hindurch zieht sich das Band der Milchstraße, unsere Galaxie, hoch zum Zenit. Dort steht die Kassiopeia, auch „Himmels-W“ genannt. Ihre hellsten Sterne sind nämlich wie der Buchstabe W angeordnet.

Folgt man der Milchstraße weiter zum Osthorizont, gelangt man zu den Sternbildern Perseus, Fuhrmann und Zwillinge. Weiter im Südosten geht gerade der Orion auf. Er kündigt den kommenden Winter an. Darüber steht der Stier mit dem rötlich leuchtenden Stern Aldebaran.

Der Große Wagen, ein Teil des Sternbildes Großer Bär oder exakter: der Großen Bärin, erreicht am abendlichen Herbsthimmel seinen tiefsten Stand über dem Nordhorizont.

Neumond ist am 16.10, am 15.11. und am 14.12. Vollmonde gibt es in diesem Quartal insgesamt vier, nämlich am 1.10., am 31.10., am 30.11. und am 30.12.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!